Das Motu Proprio führt zum Reichtum der Liturgie zurück
„Es ist einer der Hauptirrtümer, zu glauben, daß es eigene Kinder- oder Familiengottesdienste geben müsse.“
(kreuz.net) Würde der Novus Ordo so zelebriert, wie ihn die Konzilsväter wünschten, könnte man dieselbe
Sakralmusik wie für den Alten Ritus verwenden.
Das erklärte der Kirchenmusiker und Musikwissenschaftler Albert Richenhagen (55) am 10. Juli vor der katholischen Zeitung ‘Tagespost’.
Richenhagen lehrt an der Universität der Künste in Berlin das Fach Musiktheorie. Er ist auch Orgelimprovisator, ehrenamtlicher Kirchenmusiker sowie gelegentlich Jazzer und Kabarettist.
Nach Richenhagen ließ das Konzil die Rangfolge bei der Kirchenmusik unverändert: gregorianischer Choral, altklassische Vokalpolyphonie, generelle sakrale Mehrstimmigkeit und an vierter Stelle geistliche Gesänge in der Landessprache.
Die aktive musikalische Beteiligung der Gemeinde am Gottesdienst habe schon Papst Pius X. († 1914) angeordnet.
Richenhagen hat das als Musikstudent im ersten Semester miterlebt, als er in der Kirche einer Kölner Arbeiterpfarrei eine Organistenvertretung übernahm:
„Der Pfarrer sagte in der Sakristei: Wir singen heute das elfte Ordinarium. Ich erschrak, weil ich dieses nicht kannte,
Doch die Gläubigen konnten das Ordinarium aus dem ausliegenden Kyriale gut mitsingen.
Dagegen würden die Ausführungsbestimmungen des Novus Ordo oft ignoriert: „Es dringen Elemente ein wie bürgerliche Höflichkeitsformen, die als liturgischer Gesang unmöglich wären.“
Ein Beispiel: „Man kann ja nicht singen: Ich wünsche Ihnen einen guten Morgen und die Gemeinde antwortet: Danke gleichfalls.“
Er habe das einmal den „unordentlichen Ritus“ genannt. Dieser sei von keinem Konzil beschlossen worden und zeichne sich durch zahlreiche Beliebigkeiten aus.
Ihn ärgere, daß die Altgläubigen in den hintersten Winkel verbannt würden: „Für diesen Unfug aber ist in vielen Kirchen Platz. Genau umgekehrt müßte es sein.“
Den Versuch, mit einer sogenannten „kreativen Gottesdienstgestaltung“ den Menschen entgegenkommen, hält Richenhagen für falsch: „Das muß mißlingen.“
Viele der neuen geistlichen Lieder seien dilettantisch gemacht: „Ich bin selber Jazzmusiker und bin auch für die Unterhaltungsmusik sehr aufgeschlossen.“
„Bedauerlich ist, daß schlechte Unterhaltungsmusik, die nicht diskothekenfähig ist und nie in die Charts kommen würde, als neues geistliches Lied in der katholischen Kirche auftaucht.“
Vom Motu Proprio glaubt Richenhagen, daß es zum Reichtum der römischen Liturgie zurückführen wird.
Was in der Konzilsaula in den 60er Jahren diskutiert worden sei, werde durch das Motu Proprio wieder mehr und mehr praktiziert werden: „Das ist ein großer Fortschritt.“
Richenhagen wünscht sich, daß der Alte Ritus in allen Bischofskirchen wöchentlich zelebriert
Außerdem kann er sich auch vorstellen, daß die geistliche Musik des 20. und 21. Jahrhunderts in sie Einzug hält:
„Ein sonntägliches Hochamt im außerordentlichen Ritus mit gregorianischem Proprium und mit dem mehrstimmigen Ordinarium von Igor Strawinski oder eines Komponisten wie Arvo Pärt wäre sehr zu begrüßen“
Ein Problem sieht der Musiker allerdings bei der musikalischen Ausbildung der Priester: „Die gesungene Liturgie war immer das Normale.“
Über die gesungene Liturgie müsse in der Priesterausbildung viel mehr gelehrt und gelernt werden.
Ihn persönlich habe in der Liturgie das Gewordene, nicht das Gemachte angesprochen: „Was Liturgieplaner nicht am grünen Tisch planen können. Das hat mich fasziniert.“
Auf die Frage, ob man seine musikalischen Visionen auch für Familiengottesdienste umsetzen könne, antwortet Richenhagen: „Es ist einer der Hauptirrtümer zu glauben, daß es eigene Kinder- oder Familiengottesdienste geben müsse.“
Es gebe ja auch keine Kinderflugzeuge, Kinderstraßenbahnen und so weiter.
Dadurch, daß man die Kinder ausgliedere und ihnen Reservate zuweise, geschehe eine verhängnisvolle Desintegration: „Ich plädiere daher dafür, daß Kindern die Messe erklärt wird und sie zusammen mit den Erwachsenen am Gottesdienst teilnehmen“.
© Titelbild: traditionalcatholic.org.u
Das erklärte der Kirchenmusiker und Musikwissenschaftler Albert Richenhagen (55) am 10. Juli vor der katholischen Zeitung ‘Tagespost’.
Richenhagen lehrt an der Universität der Künste in Berlin das Fach Musiktheorie. Er ist auch Orgelimprovisator, ehrenamtlicher Kirchenmusiker sowie gelegentlich Jazzer und Kabarettist.
Nach Richenhagen ließ das Konzil die Rangfolge bei der Kirchenmusik unverändert: gregorianischer Choral, altklassische Vokalpolyphonie, generelle sakrale Mehrstimmigkeit und an vierter Stelle geistliche Gesänge in der Landessprache.
Die aktive musikalische Beteiligung der Gemeinde am Gottesdienst habe schon Papst Pius X. († 1914) angeordnet.
Richenhagen hat das als Musikstudent im ersten Semester miterlebt, als er in der Kirche einer Kölner Arbeiterpfarrei eine Organistenvertretung übernahm:
„Der Pfarrer sagte in der Sakristei: Wir singen heute das elfte Ordinarium. Ich erschrak, weil ich dieses nicht kannte,
und ich mußte mich schnell auf der Orgelbank damit vertraut
machen.“
Doch die Gläubigen konnten das Ordinarium aus dem ausliegenden Kyriale gut mitsingen.
Dagegen würden die Ausführungsbestimmungen des Novus Ordo oft ignoriert: „Es dringen Elemente ein wie bürgerliche Höflichkeitsformen, die als liturgischer Gesang unmöglich wären.“
Ein Beispiel: „Man kann ja nicht singen: Ich wünsche Ihnen einen guten Morgen und die Gemeinde antwortet: Danke gleichfalls.“
Er habe das einmal den „unordentlichen Ritus“ genannt. Dieser sei von keinem Konzil beschlossen worden und zeichne sich durch zahlreiche Beliebigkeiten aus.
Ihn ärgere, daß die Altgläubigen in den hintersten Winkel verbannt würden: „Für diesen Unfug aber ist in vielen Kirchen Platz. Genau umgekehrt müßte es sein.“
Den Versuch, mit einer sogenannten „kreativen Gottesdienstgestaltung“ den Menschen entgegenkommen, hält Richenhagen für falsch: „Das muß mißlingen.“
Viele der neuen geistlichen Lieder seien dilettantisch gemacht: „Ich bin selber Jazzmusiker und bin auch für die Unterhaltungsmusik sehr aufgeschlossen.“
„Bedauerlich ist, daß schlechte Unterhaltungsmusik, die nicht diskothekenfähig ist und nie in die Charts kommen würde, als neues geistliches Lied in der katholischen Kirche auftaucht.“
Vom Motu Proprio glaubt Richenhagen, daß es zum Reichtum der römischen Liturgie zurückführen wird.
Was in der Konzilsaula in den 60er Jahren diskutiert worden sei, werde durch das Motu Proprio wieder mehr und mehr praktiziert werden: „Das ist ein großer Fortschritt.“
Richenhagen wünscht sich, daß der Alte Ritus in allen Bischofskirchen wöchentlich zelebriert
wird. Man könne darin auch neue Präfationen
oder neue Heiligenfeste aufnehmen.
Außerdem kann er sich auch vorstellen, daß die geistliche Musik des 20. und 21. Jahrhunderts in sie Einzug hält:
„Ein sonntägliches Hochamt im außerordentlichen Ritus mit gregorianischem Proprium und mit dem mehrstimmigen Ordinarium von Igor Strawinski oder eines Komponisten wie Arvo Pärt wäre sehr zu begrüßen“
Ein Problem sieht der Musiker allerdings bei der musikalischen Ausbildung der Priester: „Die gesungene Liturgie war immer das Normale.“
Über die gesungene Liturgie müsse in der Priesterausbildung viel mehr gelehrt und gelernt werden.
Ihn persönlich habe in der Liturgie das Gewordene, nicht das Gemachte angesprochen: „Was Liturgieplaner nicht am grünen Tisch planen können. Das hat mich fasziniert.“
Auf die Frage, ob man seine musikalischen Visionen auch für Familiengottesdienste umsetzen könne, antwortet Richenhagen: „Es ist einer der Hauptirrtümer zu glauben, daß es eigene Kinder- oder Familiengottesdienste geben müsse.“
Es gebe ja auch keine Kinderflugzeuge, Kinderstraßenbahnen und so weiter.
Dadurch, daß man die Kinder ausgliedere und ihnen Reservate zuweise, geschehe eine verhängnisvolle Desintegration: „Ich plädiere daher dafür, daß Kindern die Messe erklärt wird und sie zusammen mit den Erwachsenen am Gottesdienst teilnehmen“.
© Titelbild: traditionalcatholic.org.u
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Montag, 21. Juli 2008 22:01
Galatea: @Biene Maja: da haben Sie recht.
Es interessiert nur niemanden. Die haben es sich doch alle so schön eingerichtet in der Pfarrei, jeder
hat was zu sagen, außer dem Pferrer selber, der, wenn er noch Hirn hat, seine Einstellung sauber bei
sich behält.
Geht es doch nur darum, dass sich im Gottesdienst einzelne Laien hervortun. Und um sonst nichts mehr.
Infolgedessen wird den Katholiken ein geistiger Reichtum vorenthalten, der auf zweitausend Jahre des Wirkens des Hl. Geistes zurückgeht: dies ist unerwünscht. Vergleichen Sie nur das „Gotteslob“ mit dem „Missale Romanum“. Ein Abstieg einer Hochkultur zum Kindergartenniveau in wenigen Jahren.
Die, die das zu verantworten haben, die gehen jetzt aber in den Ruhestand. Und schämen sich nicht einmal.
lg Galatea
Geht es doch nur darum, dass sich im Gottesdienst einzelne Laien hervortun. Und um sonst nichts mehr.
Infolgedessen wird den Katholiken ein geistiger Reichtum vorenthalten, der auf zweitausend Jahre des Wirkens des Hl. Geistes zurückgeht: dies ist unerwünscht. Vergleichen Sie nur das „Gotteslob“ mit dem „Missale Romanum“. Ein Abstieg einer Hochkultur zum Kindergartenniveau in wenigen Jahren.
Die, die das zu verantworten haben, die gehen jetzt aber in den Ruhestand. Und schämen sich nicht einmal.
lg Galatea
Montag, 21. Juli 2008 21:38
Biene Maja: Das Motu Proprio…
führt zum Reichtum der Liturgie zurück. Kenne vorkonzieliare Messform in meiner Kindheit noch.
Freitag, 18. Juli 2008 13:04
Genoveva: @RJH: Wie wahr …
Das muss man mal gehört haben sonst glaubt man es nicht!
Stimmt auffallend – habe das mal in einer Werktagsmesse erlebt, in der der Pfarrer anfing mit „Guten Abend, liebe Gemeinde“ und die 15 anwesenden älteren Damen antworteten im Kinderchor „Guten Abend, Herr Pfarrer Dittrich“ – so ziemlich die absurdeste Kiste, die ich in Sachen Liturgie überhaupt erlebt habe
Fehlt nur noch ein darauffolgendes „Bitte“, dann wäre es gleich wie im Fußballstadion.
Da muss ich widersprechen. Ich war gestern abend in Unterhaching beim Frauenländerspiel Deutschland-England. Da wirkt das „Deutschland?“ – „Drei!“ – „England?“ – „Null!“ – „Danke, Danke, Danke“ – „Bitte, bitte, bitte“ sehr passend
Leider waren keine englischen Fans dar, hatte mich auf das ebenfalls sehr liturgische „Rule, Britannia“ schon so gefreut
Stimmt auffallend – habe das mal in einer Werktagsmesse erlebt, in der der Pfarrer anfing mit „Guten Abend, liebe Gemeinde“ und die 15 anwesenden älteren Damen antworteten im Kinderchor „Guten Abend, Herr Pfarrer Dittrich“ – so ziemlich die absurdeste Kiste, die ich in Sachen Liturgie überhaupt erlebt habe
Fehlt nur noch ein darauffolgendes „Bitte“, dann wäre es gleich wie im Fußballstadion.
Da muss ich widersprechen. Ich war gestern abend in Unterhaching beim Frauenländerspiel Deutschland-England. Da wirkt das „Deutschland?“ – „Drei!“ – „England?“ – „Null!“ – „Danke, Danke, Danke“ – „Bitte, bitte, bitte“ sehr passend
Leider waren keine englischen Fans dar, hatte mich auf das ebenfalls sehr liturgische „Rule, Britannia“ schon so gefreut
Donnerstag, 17. Juli 2008 21:47
Brandenburgis: Sanctus und Benedictus
sind nicht „EINS“, erst kommt das „Sanctus“, dann an geeignetr Stelle, wird das „Benedictus“ musiziert.
Es gibt keine „Orchestermesen“, es gibt lediglich Messen, bei denen ein Orchester musiziert.
Es gibt keine „Orchestermesen“, es gibt lediglich Messen, bei denen ein Orchester musiziert.
Donnerstag, 17. Juli 2008 21:37
Gotthard: @athanasius1957
Heutige Praxis: Sanctus und Benedictus werden vor dem Kanon zusammengezogen. Die persönliche Kontemplation
ist nur mehr bis zur Konsekration möglich, da danach sofort die „Bauchlandung“ durch den Ruf „Geheimnis
des Glaubens erfolgt.
die gegenteilige Praxis, die Du vorher beschrieben hast, ist eine Vergewaltigung der Liturgie – ein Missbrauch zugunsten einer konzertanten Musik.
Sanktus und Benediktus sind EINS – schau in die Messbücher bei Schott oder sonstwo – welcher Liturgie auch immer.
Orchestermessen haben sehr viel mit Konzert – und sehr wenig mit Messe zu tun.
die gegenteilige Praxis, die Du vorher beschrieben hast, ist eine Vergewaltigung der Liturgie – ein Missbrauch zugunsten einer konzertanten Musik.
Sanktus und Benediktus sind EINS – schau in die Messbücher bei Schott oder sonstwo – welcher Liturgie auch immer.
Orchestermessen haben sehr viel mit Konzert – und sehr wenig mit Messe zu tun.
Donnerstag, 17. Juli 2008 13:29
Aleph: -RJH-
Der Meinung bin ich auch. Vor dem Segen hat der weltliche Gruß ja nun wirklich nichts zu suchen.
Aber nach dem Segen kann das ruhig sein…!
Aber nach dem Segen kann das ruhig sein…!
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