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Montag, 14. Juli 2008 09:50
Die Verhandlung dauerte drei Minuten
Die österreichischen Bischöfe versinken immer weiter im unentrinnbaren Sumpf von Widersprüchen und Zweideutigkeiten, in den sie sich hineinmanövriert haben. Von Dr. Josef Preßlmayer.
Unterschrift und Stempel auf einem Beratungsschein - zum Töten eines Menschen.
Unterschrift und Stempel auf einem Beratungsschein – zum Töten eines Menschen.
(kreuz.net) Gegenwärtig arbeite ich an einer Studie „Der Abfall der Katholischen Kirche Österreichs von der kirchlichen Lehre über den Lebensschutz“. Im Rahmen von Abklärungen für diese Studie rief ich bei der ‘Aktion Leben’ in Wien an.

Die ‘Aktion Leben’ ist eine österreichische Organisation, die sich angeblich „für den umfassenden Schutz menschlichen Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod“ einsetzt. In den Diözesen Linz und Salzburg ist sie der ‘Katholischen Aktion’ angegliedert.

In Wien wird sie ideell und finanziell von der Erzdiözese unterstützt.

Ich wurde telephonisch mit Frau Christina Gersbach verbunden und gab vor, eine Beratungsbestätigung für eine Kinderabtreibung in einem Wiener Spital zu benötigen.

Die gewünschte Beratungsbestätigung wurde mir problemlos zugesagt.

Eine solche Bestätigung ist in Österreich nur für eine Billig-Abtreibung um rund 300 Euro nötig, die in bestimmten Wiener Spitälern durchgeführt wird.

Diese Kinder- Billigschlachtungen wurden auf Drängen der sozialistischen Gesundheits-Stadträtin Renate Brauner eingeführt.

Zur Eindämmung der Nachfrage nach Billig- Abtreibungen wurde eine vorhergehende, vom Abtreiber getrennte Beratung vorgeschrieben.

Bischöfe auf der Seite der Kinderabtreiber
Schon seit längerem bestand der Verdacht, daß die ‘Aktion Leben’ in ihrer Beratungsstelle in der Wiener Dorotheergasse Beratungsscheine ausgibt, die dann als Todeszertifikate verwendet werden.

Nach meinem Anruf bei der ‘Aktion Leben’ und der bejahenden Antwort empfand ich zwar das Erfolgserlebnis eines Fahnders, der Übeltätern auf die Spur gekommen ist, andererseits war ich angesichts der erfahrenen Ungeheuerlichkeit zugleich ratlos: Wer würde mir glauben, daß das, was mir soeben mitgeteilt wurde, wirklich geschehen ist? Ich brauchte Beweise.

Wer würde diese heikle Aufgabe übernehmen? Welche Frau könnte ohne Stottern und halber Ohnmacht bei der von Kirche und Bischöfen hochgepriesenen ‘Aktion Leben’ einen Beratungsschein zur Kindestötung verlangen?

Eine von mehreren Dokumentationen über die 'Aktion Leben', die ich dem Kardinal 2005 zusandte, hatte ihn wegen des Umfanges von zehn Seiten "entmutigt", diese zu lesen.
Eine von mehreren Dokumentationen über die ‘Aktion Leben’, die ich dem Kardinal 2005 zusandte, hatte ihn wegen des Umfanges von zehn Seiten „entmutigt“, diese zu lesen.
Schmeichelte nicht Erzbischof Alois Kothgasser von Salzburg der Damenriege von ‘Aktion Leben’ mit Worten wie: „Die Wahrheit braucht keine Fanatiker, Wahrheit braucht Liebe“ – um auf diese Weise echten katholischen Lebensschützern einen Seitenhieb zu versetzen?

Rügte nicht Kardinal Christoph Schönborn von Wien die Lebensschutzorganisation ‘Jugend für das Leben’ scharf für deren angeblichen „Aktionismus“?

Zugleich macht seine Nichte und sogenannte Lebensschutzbeauftragte Stephanie Merckens gemeinsame Sache mit der ‘Aktion Leben’ und interveniert gegen die gesetzliche Einführung einer Trennung von Beratung und Abtreibung.

Detektivin im Einsatz
Um gegenüber den glorifizierten Amazonen von ‘Aktion Leben’ aufzutreten, bedarf es einer besonderen Persönlichkeit.

So kam ich auf die Idee, daß dies am besten eine Detektivin erledigen könnte.

Die erste Detektei lehnte wegen mangelnder „rechtlicher Relevanz“ ab. Eine weitere beantwortete mein Mail nach einer telefonischen Vorbesprechung nicht. Ich wollte schon aufgeben.

Doch dann versuchte ich es weiter bei einem Unternehmen, daß Sonderaufträge erledigte. Dort war man einverstanden.

„Silke Bull“ will eine Tötungslizenz
Am 3. Juli machte sich eine Detektivin – alias Silke Bull – ans Werk. Zuerst versicherte sie sich telephonisch bei Frau Gersbach, ob sie den gewünschten Tötungsschein bekomme.

Den Beratungstermin nahm eine Frau Gabriele Mayerhofer wahr. Sie wurde von ihrer Kollegin über den Beratungszweck informiert und fragt gleich nach, ob die Entscheidung zur Abtreibung des Kindes feststehe.

Die verdeckte Ermittlerin bejahte. Sie erklärte, daß sie die Bescheinigung für die Abtreibung ihres Kindes in der Semmelweiß-Klink brauche.

Beraterin Mayerhofer wies darauf hin, daß auch das Wiener Spital Rudolfstiftung ebenfalls solche Bestätigungen verlangt.

Noch einmal fragte sie, ob die Ratsuchende über ihre Situation sprechen möchte und bot an, gemeinsam zu schauen, wo die Probleme liegen.

Doch die Detektivin gab an, keine weitere Diskussion mehr zu wünschen.

Damit war die sogar vor ‘Radio Vatikan’ propagierte, „professionelle“ und „ergebnisoffene“ Beratung der „Lebensschutzbewegung in Österreich“ – wie sich die ‘Aktion Leben’ auf ihrer Webseite mit Alleinvertretungsanspruch vorstellt – vorbei.

Sie dauerte etwa 2 ½ Minuten.

Glucksendes Lachen
Während dieser 2 ½ Minuten stieg Frau Mayerhofer viermal ein unmotiviertes glucksendes Lachen auf.

Sie war offenbar nicht ganz so kaltblütig wie die ihr gegenübersitzende Detektivin und wollte die todtraurige Situation vielleicht mit etwas Heiterkeit überspielen.

Dann folgte eine statistische Erhebung. Als geförderte Beratungsstelle sei eine solche anonyme Erhebung notwendig, erklärte die Schnell-Beraterin.

Bei der Frage nach der Schwangerschaftswoche antwortet die Detektivin „fünfte Woche“.

Da fällt der Frau von ‘Aktion Leben’ eine Tötungs-Alternative: Der „Abbruch“ – wie sie sich ausdrückt – könne auch mit dem „Medikament“ erfolgen.

Frau Mayerhofer meinte die Abtreibungspille „RU 486/Mifegyne“. Sie führt dazu, daß das ungeborene Kind von der mütterlichen Nahrungszufuhr abgeschnitten wird und kläglich verhungert und verdurstet.

Schließlich erkundigt sich die Beraterin, ob noch irgendwelche Informationen gebraucht würden.

Nachdem dies dankend verneint wurde, erklärt die Beraterin, daß es auch in Ordnung sei, wenn die Ratsuchende nichts erzählen wolle.

Damit war die statistische Erhebung mit ergänzender Tötungsberatung nach rund vier Minuten beendet. Sie dauerte demnach etwa doppelt so lang wie die eigentliche sogenannte Beratung.

Der schwierigste Teil der Beratung
Relativ langwierig war die Ausstellung der Tötungslizenz. Sie dauerte wegen technischer Probleme weitere sieben Minuten – so lange wie die angebliche Beratung und die statistische Erhebung zusammen.

Über mögliche psychische und physische Nachwirkungen wie das erwiesene höhere Fehlgeburts-Risiko nach Abtreibung wurde die Nachfragende nicht informiert.

Kein Wunder: Die ‘Aktion Leben’ leugnet Abtreibungsfolgen wie das gut dokumentierte Post-Abortion-Syndrom.

Damit ist sie in guter Gesellschaft mit dem berüchtigten Wiener Abtreiber Christian Fiala. Der Engelmacher leugnet ebenfalls Beeinträchtigungen der Fruchtbarkeit durch Abtreibung.

Darin wird er von der skrupellosen sozialistischen Wiener Gesundheitsstadträtin Renate Brauner bestärkt.

Letzterer überreichte der Erzbischof von Wien, Christoph Kardinal Schönborn, erst Ende Juni einen päpstlichen Orden.

Im 62. Kapitel des Rundschreibens ‘Evangelium Vitae’ von Papst Johannes Paul II. heißt es:

„Wer eine Abtreibung vornimmt, zieht sich mit erfolgter Ausführung die Tatstrafe der Exkommunikation latae sententiae zu, das heißt die Strafe tritt von selbst durch Begehen der Straftat ein. Die Exkommunikation trifft alle, die diese Straftat in Kenntnis der Strafe begehen, somit auch jene Mittäter, ohne deren Handeln sie nicht begangen worden wäre.“

‘Aktion Leben’ und Kardinal Christoph Schönborn sind latae sententiae exkommuniziert.

Der Autor ist Gesundheitspsychologe und Kurator des„1. Europäischen Lebensschutz-Museums“
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 25 Lesermeinungen:
Dienstag, 15. Juli 2008 00:18
methusalix †: Aber ob ihn das davon abhält weiterhin katholisch zu sein?
Anton: Kardinal Schönborn ist exkommuniziert!

Das wage ich doch sehr zu bezweifeln; und ich glaube auch eher NICHT, dass es seine Amtsmacht in die Hände des Papstes zurücklegen wird.

Im übrigen finde ich in der (möglicherweise unvollständigen) Liste der Ordensmitglieder nur zwei, die sich im Kampf gegen schwangere Frauen besonders hervor getan haben, eben die erwähnte Frau Meves und Norbert Geis MdB.

Aber ich habe auch bei diesen Verfechtern des so genannten „Lebensrechtes Ungeborener“ und selbst ernannten „Lebensschützeren“ so meine Zweifel, ob sie den Orden zurücgeben werden. Freuen würde ich mich allerdings darüber.
Montag, 14. Juli 2008 23:20
Elijahu: Göttliche Gerechtigkeit
Hart an der Grenze zur Häresie und damit an der Grenze zur Exkommunikation zu lavieren, das ist die Kunst die die deutschsprachigen Bischöfe beherrschen wie keine andere. Wo ist unter denen auch nur ein Bekenner oder Märtyrer?

Sie alle liegen mit dem Zeitgeist im Bett wie die sprichwörtliche Hure Babylon. Aber dieselben gottlosen Gestalten an die sie ihre Gläubigen verraten haben werden ihnen schliesslich in den Rücken fallen.
Montag, 14. Juli 2008 23:09
Anton: Kardinal Schönborn ist exkommuniziert!
Endlich wagt es noch jemand das Unglaubliche öffentlich zu machen:
„ ‘Aktion Leben’ und Kardinal Christoph Schönborn sind latae sententiae exkommuniziert.“

Wann reagiert Rom endlich?

Ich danke Ihnen, Herr Preßlmayer, für Ihren mutigen Einsatz gegen die Tyrannei der lächelnden, barbarischen Kinder-Massenmörder!
Montag, 14. Juli 2008 20:28
Nachtlaterne: dem autoren ein großes…
…danke für diesen artikel. da werden weiber zu (modernen) hyänen un treiben es mit den worten jesu…

es ist eine unsägliche vorstufe zur ölle was uns hier alles an ach so toleranten, jesusvollen, liberalen und humanen worten und taten entgegenschlägt.
Montag, 14. Juli 2008 20:18
diaconus: Daß die „Aktion Leben“
sich längst von ihrer Aufgabe verabschiedet hat das Leben Ungeborener zu schützen und Abtreibungen zu verhindern, ist seit Jahren ein offenes „Geheimnis“. Nur HLI „Human Life International“ ist in Österreich jene Organisation – mit enger Verbindung zu P. Reilly –, die sich wirklich für das Leben einsetzt, ebenso setzt sich „Jugend für das Leben“ für die Ungeborenen ein. Auch ich war sehr enttäuscht, dass Mag. Brauner den Gregorius-Orden erhielt, denn sie ist, wie alle Linken, eine eifrige Verfechterin der Abtreibungen. Dass dabei Kard. Schönborn die Fäden gezogen hat, ist ziemlich sicher. Er ist genauso wie der verstorbene Kardinal König – Gott sei ihm gnädig – eher Diplomat als ein Hirte, der die Lehre der Kirche und das Lehramt ohne „Wenn und Aber“ vertritt. Bei Verstössen gegen die Lehre der Kirche etc. ist er fast immer ein „Weich-Ei“. Leider! Wo sind die Hirten, die genügend Rückgrat haben? In Westeuropa sicher sehr selten. Gelobt sei der Herr in Ewigkeit!
Montag, 14. Juli 2008 17:09
Josef Preßlmayer: Danke „Pünktchen“, für Ihr mail mit der Bild-Dokumentation der Papst-Unterschrift!
Ich warte jetzt auf weitere Reaktionen der Lebensschutz-Plattform, mit der ich dann das weitere Vorgehen koordiniere.

Jedenfalls ist es eine große ideelle Hilfe, die Sie immer wieder, auch mit Ihrem großen Wissen und den wertvollen praktischen Kenntnissen, für die Rettung der ungeborenen Kinder leisten, unserer Brüder und Schwestern, unseren geringsten Nächsten, in denen Jesus heute gekreuzigt wird.

Sie sind einer der Unbeugsamen, die den Blick auf das Leid gerichtet haben, das wir diesen heiligsten Geschöpfen Gottes und uns selbst zufügen, indem wir uns um unsere Zukunft und zugleich um die Lehre unseres Erlösers bringen!

So viele sind teilnahmslos am größten Massen-Raubmord der Geschichte! So viele Gleichgültige „arisieren“ die erwarteten materiellen Bedürfnisse ihrer Kinder gleich für sich in der Gebärmutter und häufen für die ersparten Ausgaben Tonnen von Luxus-Schrott an, verachten die Liebe und Zuneigung der Kinder-Herzen und fallen in den teuflischen Abgrund des materiellen Sklaventums.

In Schio weinte das Gips-Jesuskind fünf mal. Erstmals am Tag der Ungeborenen Kinder! Die Königin der Liebe gab über Renato dann die Botschaft, dass ihr Jesuskind wegen der „Gleichgültigkeit der Menschen“ weint.

Doch sie hat eine Bewegung „Mit Christus für das Leben“ („Con Christo per la vita“) gegründet und gesagt: „Ich werde eure Heerführerin sein!“

Jetzt beten vor ca. 60 Kliniken in Oberitalien Gebetsgruppen, wie sie zuvor schon von P. Reilly in Ö und D gegründet wurden.
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