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Samstag, 21. Juni 2008 13:55
Die Synagoge wird ihren Unglauben verlassen
„Doch du hast mich, den Gerechten, verschmäht und Dich dem Teufel vermählt.“ Von der Heiligen Hildegard von Bingen († 1179).
Jüdischer Friedhof
Jüdischer Friedhof
(kreuz.net) Wie der Mensch durch den Tod des Eingeborenen Gottes gegen Ende der Zeiten dem Verderben des Todes entrissen wurde, so wird auch die Synagoge, vor dem Jüngsten Tage durch göttliche Erbarmung erweckt, ihren Unglauben verlassen und wahrhaft zur Erkenntnis Gottes gelangen.

Geht nicht das Morgenrot der Sonne voraus? Aber die Morgenröte entweicht, und die Sonnenhelle bleibt.

So tritt auch das Alte Testament zurück, und die Wahrheit des Evangeliums hat Bestand.

Denn was die Alten in der Beobachtung des Gesetzes fleischlich vollzogen, das übt das neue Volk im Neuen Bunde geistig. Es bringt im Geiste zur Erfüllung, was im Fleische vorgedeutet war.

Die Beschneidung ist nicht untergegangen, sondern in die Taufe übergegangen, damit – wie die Gläubigen des Alten Bundes an einem Gliede besiegelt wurden – die Gläubigen des neuen Bundes an allen Gliedern besiegelt werden.

Das alte Gesetz ist also nicht aufgelöst, sondern auf eine höhere Ebene verlegt. So wird auch vor dem Jüngsten Tage die gläubig gewordene Synagoge in die Kirche übergehen.

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Denn als du, o Synagoge, in vielen Sünden den Weg des Irrtums gingst, so daß du dich mit Baal und andern Götzen beflecktest, als du durch schändliche Sitten die Beobachtung des Gesetzes zerstörtest und nackt in deinen Sünden dalagst, da tat Ich, was mein Knecht Ezechiel spricht:

„Ich breite meinen Mantel über Dich und bedecke Deine Blöße. Ich tat Dir einen Schwur und ging mit dir einen Bund ein.“ (Ez 16,8)

Das will besagen: Ich, der Sohn des Allerhöchsten, breitete nach dem Willen des Vaters über Dich, o Synagoge, den Mantel meiner Inkarnation.

Zu deinem Heile tat Ich es, um die Sünden, die du in zahllosen Unterlassungen begangen hast, hinwegzunehmen.

Ich reichte Dir das Heilmittel der Erlösung. Ich offenbarte dir zu deiner Rettung die Pfade meines Bundes, als Ich Dir den wahren Glauben durch die apostolische Lehre kundtat, damit Du meine Gebote hieltest, wie das Weib der Gewalt eines Mannes unterworfen sein muß.

Die Härte des nur äußerlichen Gesetzes nahm Ich von Dir und gab Dir dafür die Milde der geistlichen Lehre.

Durch Mich, den Menschgewordenen, eröffnete Ich Dir all meine Geheimnisse in geisterfüllten Wahrheiten.

Doch Du hast Mich, den Gerechten, verschmäht und Dich dem Teufel vermählt.

Aber höre, o Mensch, und verstehe! Wie Samson von seinem Weibe hintergangen wurde, so daß er seines Augenlichtes beraubt ward, so hat die Synagoge den Sohn Gottes verlassen, als sie in ihrer Verstocktheit Ihn verachtete und seine Lehre verwarf.

Aber nachdem Samsons Haare wieder gewachsen waren, das heißt, nachdem die Kirche Gottes erstarkt war, verstieß der Gottessohn die Synagoge in seiner Kraft und enterbte ihre Kinder.

Der Eifer Gottes zermalmte sie durch Heiden, die Gott zuvor nicht kannten. Denn sie hatte sich jeglicher Schmach und Spaltung in vielen Verirrungen ausgeliefert und sich mit Sünden jeder Art befleckt.

Wie aber David sein Weib das er sich vermählt, das sich aber einem anderen ergeben hatte, schließlich doch wieder zu sich rief, so auch der Sohn Gottes.

Die Synagoge, die Ihm in seiner zukünftigen Fleischwerdung verbunden war, aber die Gnade der Taufe zurückstieß und dem Teufel anhing, wird Er am Ende der Zeiten wieder aufnehmen.

Dann wird sie die Irrwege ihres Unglaubens verlassen und zum Lichte der Wahrheit zurückkehren.

Denn der Teufel entführte die Synagoge ob ihrer Blindheit und gab sie in vielen Irrtümern der Untreue preis. Er wird mit diesem Treiben auch nicht aufhören, bis der Sohn des Verderbens kommt.

Aber wie Saul, der David aus seinem Lande vertrieben hatte, auf dem Berge Gelbeo fiel, so wird auch Satan in der maßlosen Aufgeblasenheit seines Stolzes stürzen, wenn der Sohn des Verderbens sich an meinen Sohn in seinen Auserwählten heranwagen wird.

Dieser wird den Antichrist niederschmettern und die Synagoge zum wahren Glauben zurückrufen, wie David nach dem Tode Sauls, seine erste Gattin wieder zu sich nahm.

Wenn nämlich die Menschen am Ende der Zeiten den, der sie betrogen hat, besiegt sehen, werden sie mit großer Eile auf den Weg des Heiles zurücklaufen.

Es geziemt sich nicht, daß die Wahrheit des Evangeliums den Schatten des Gesetzes ankündigte. Denn das Fleischliche muß vorangehen, das Geistige folgen.

Der Knecht meldet die Ankunft des Herrn. Doch der Herr läuft seinem Knechte nicht wie ein Sklave voraus. So war die Synagoge Vorläuferin im Schatten sinnbildlicher Bedeutung, und die Kirche folgte im Lichte der Wahrheit.

Wer Erkenntnis im Heiligen Geist und die Flügel des Glaubens besitzt, der gehe nicht achtlos an meiner Ermahnung vorüber, sondern er koste, umfange und trage sie in seiner Seele.

Aus dem Buch: Hildegard von Bingen, Wisse die Wege, SCIVIAS, erstes Buch fünfte Schau, Titel: Die Synagoge.

© Titelbild: Dato Rostomashvili, CC
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 8 Lesermeinungen:
Sonntag, 22. Juni 2008 01:37
bonifatius: Eine gute Parabel
Wenn nämlich die Menschen am Ende der Zeiten den, der sie betrogen hat, besiegt sehen, werden sie mit großer Eile auf den Weg des Heiles zurücklaufen.

Eine Schilderung sehr menschlichen Verhaltens. Was will uns die Hl… Hildegard damit sagen?
Daß uns die Selbsterlösung, das berühmte Goldene Kalb, durch den Fortschrittsglauben nicht viel gebracht hat. Es werden weiterhin in dem Streben nach Wohlstand, Wohlfühlen, Altwerden und Ressourcen immer wieder Kriege, Not und Elend geben. Ohne die Liebe zu – und Ehrfurcht vor Gott geht nichts! So einfach ist das, eine Binsenweißheit!
Samstag, 21. Juni 2008 19:34
Marcelus: @methusalix: Der Westen unterstützt den Staat Israel
Wir wollen aber sicher keinen Krieg gegen die arabische Welt.
Israel soll einen Schutzwall bauen und keine Araber mehr einreisen lassen: Und auch die USA und die EU braucht Restriktionen gegen Araber.
Araber müssen in Zeiten wie diesen getrennte Flugzeuge benützen.
Samstag, 21. Juni 2008 19:31
ExBochumer: @ sozialkatholisch
Daß der Staat Israel eine Bedrohung darstellt, ist außer Zweifel.


Für wen? Für den Papst? Für die römisch-katholische Kirche oder für Sie, ExBo? Oder gar für den islamistischen „Gottesstaat“ Iran? Das fände ich allerdings ganz prima und wenn wahr wird, was in den verschiedenen Politikstuben verhandelt wird, dann wird dieser unsägliche „Gottesstaat“ Iran, der, wie alle „Gottesstaaten“ viel eher des Teufels ist, demnächst kräftig über die Löffel balbiert werden. Von einer Schwadron israelische Jagdbomber; die haben so was schon mehrfach höchst erfolgreich vorexerziert. In Entebbe zum Beispiel und sogar schon einmal an einer Nuklearanlage.
Sie sehen, gefährlich ist der Staat Israel nur für die, die ihm übles wollen. Wollen Sie als guter Vorzeigekatholik dem staat Israel übles? Dann ziehen Sie sich warm an und fangen an einen bunker zu bauen. Sonst holt Sie der Teufel, pardon, die israelische Armee oder Luftwaffe.
Samstag, 21. Juni 2008 16:02
Sozialkatholisch: @ Exbochumer
nun ja, dann verwechseln Sie was.
Was denn?
Samstag, 21. Juni 2008 15:56
ExBochumer: @ sozialkatholisch
Aber von all den von Ihnen genannten Spekulationen spricht die Hl. Hildegard nicht.

Das, was Israel (insb. gegen die Palästinenser) z.Z. macht und gegen Nachbarn plant, davon wußte die Hl. Hildegard nichts bzw. davon schrieb sie auch nichts.

Daß der Staat Israel eine Bedrohung darstellt, ist außer Zweifel.

Aber wenn es im +.net-Artikel heißt „Die Synagoge wird ihren Unglauben verlassen“ – nun ja, dann verwechseln Sie was.
Samstag, 21. Juni 2008 15:47
Sozialkatholisch: @ Exbochumer
Geht’s noch?

Gestern gings noch!

– Bedrohung durch Lang- und Mittelstreckenraketen: Da gibt es doch auch noch andere Länder, die sich einer Bedrohung ausgesetzt sehen, oder?

Natürlich, trotzdem spielt Israel eine besondere Rolle.

– Wasserknappheit: Auch da gibt es noch andere Länder, die sich in diesen Nöten befinden.
Früher oder später auch die sogenannten „Industrienationen“.


Natürlich, trotzdem spielt Israel eine besondere Rolle.
Ich habe ja nicht gesagt das so etwas nur in Israel geschieht, nur in Israel bekommen die einen genug Wasser und die anderen viel zuwenig Wasser was nicht unbedingt friedensfördernt ist.
Es ging um Spekulationen wie es passieren könnte das Israel in die Kirche findet. Die selben Gründe können natürlich auch für Muslime, Atheisten und alle anderen gelten.
Gott ist ja schließlich gerecht.
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