[ « 465 466 467 468 469 » ]
Mittwoch, 16. Februar 2005 13:59
Abschied von Schwester Lucia von Fatima
Die letzte Zeugin der Erscheinungen von Fatima wurde gestern in Coimbra bestattet. Papst Johannes Paul II. bekundigte in einem Schreiben seine spirituelle Verbundenheit mit der verstorbenen Seherin.
(kreuz.net, Coimbra) Schwester Maria Lucia dos Santos, die letzte Überlebende der drei Seherkinder von Fatima, wurde am Dienstag in der Basilika von Coimbra im nördlichen Portugal zu Grabe getragen. Tränen, Blumen und Taschentücher begleiteten die Prozession, an der tausende Menschen teilnahmen.

Die 97-jährige Ordensfrau, die im Jahr 1917 als Zehnjährige gemeinsam mit ihren noch jüngeren Verwandten Jacinta und Francisco Marto, die Gottesmutter in sechs Visionen sah, lebte seit 57 Jahren im Karmel der Heiligen Theresa in Coimbra, 150 Kilometer nördlich von Lissabon.
Als päpstlicher Gesandter nahm der Erzbischof von Genua, Tarcisio Kardinal Bertone, an den Zeremonien teil. Hauptzelebrant war der Bischof von Coimbra, Mons. Albino Cleto. Er verlas beim Requiem einen Brief des Heiligen Vaters.

Papst Johannes Paul II. erklärte in seinem Schreiben, daß er sich lebhaft an seine verschiedenen Zusammenkünfte mit Schwester Lucia erinnern könne. Er habe sich mit der Ordensfrau spirituell sehr verbunden gefühlt. Diese „Bande der spirituellen Freundschaft“ seien mit der Zeit noch intensiver geworden. Der Papst betonte, er habe die Unterstützung durch Schwester Lucias Gebete besonders in den Augenblicken der Prüfung und des Leidens gefühlt.

Er bete dafür, daß Gott die verstorbene Karmelitin für ihren großen Dienst, den sie für die Kirche geleistet hat, großzügig belohnen möge. Die Erscheinungen der Gottesmutter, so der Heilige Vater, seien für Schwester Lucia der Beginn einer einzigartigen Mission gewesen, der sie bis zum Ende ihrer Tage treu geblieben sei. Die Karmelitin habe der Welt dadurch ein Beispiel einer großen Verbundenheit mit Gott und freudigen Befolgung seines göttlichen Willens gegeben.
Unter den Trauernden befand sich auch der gegenwärtige portugiesische Premierminister, Pedro Santana Lopes, der den gestrigen Tag zum nationalen Trauertag erklärt hat. Schwester Lucias Tod war Anlaß dafür, den politischen Wahlkampf, der den Parlamentswahlen am kommenden Sonntag vorausgeht, für zwei Tage ruhen zu lassen.

Bestattet wurde Schwester Lucia dos Santos abseits der Menschenmengen in einer Privatzeremonie im Konvent der Karmeliterinnen. In einem Jahr werden ihre sterblichen Überreste nach Fatima überführt, wo für sie bereits seit längerem eine Grabesstätte an der Seite ihrer Cousine Jacinta Marto vorbereitet ist.

Die Geschwister Jacinta und Francisco Marto, die wenige Jahre nach der Erscheinung der Gottesmutter starben, wurden im Jahr 2000 von Papst Johannes Paul II. in Fatima seliggesprochen.

Aus diesem Anlaß fand das letzte von insgesamt drei Zusammenkünften zwischen der Seherin und Papst Johannes Paul II. statt.
Weiterlesen:
1 Lesermeinung:
Mittwoch, 16. Februar 2005 15:34
Vetter Taferl: Sancta Lucia dos Santos
ora pro nobis!

Familie Taferl
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Beiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen sowie Leser aus der Debatte auszuschließen.
Copyright © 2008 kreuz.net