Frohbotschaft nach Schneider
Drei Zufälle und ein religionsfeindliches Schmuddelstück: Daß katholische Institutionen die Sache finanziell unterstützen, versteht sich fast von selber. Ein Kommentar von Pater Bernward Deneke FSSP, St. Pelagiberg, Schweiz.
(kreuz.net) Es war ein reiner Zufall. Die erste Aufführung des Theaterstücks fand am 8. Dezember 2007,
dem Fest der Unbefleckten Empfängnis Mariens, statt.
Ein weiterer Zufall: Auch in der heiligen Weihnachtsnacht wurde das Stück gespielt, und zwar um 23 Uhr, also zur Zeit vieler Mitternachtsmessen.
Und noch ein Zufall: Die drei letzten Darbietungen sind für den Karfreitag, Karsamstag und Ostersonntag dieses Jahres geplant.
Die Rede ist von einem mundartlichen Theaterstück, das derzeit in der katholischen Mariahilf-Kirche in der Innerschweizer Stadt Luzern gespielt wird. Der Autor: Hansjörg Schneider. Der Titel: „Jesus und die drei Mareien“.
In der Liste der Geldgeber, denen sich die Veranstalter zu Dank verpflichtet wissen, werden unter anderen die Evangelisch-reformierte Kirche und die Römisch-katholische Landeskirche des Kantons Luzern sowie die Katholische Kirchgemeinde Luzern aufgeführt.
Handelt es sich also um ein religiöses, christliches, sogar frommes Stück? Richtiger liegt man, wenn man es als blasphemisch bezeichnet.
Zwar rühmen die Medien: „Auf so intelligente und eindringliche Weise ist es bisher noch niemandem geglückt, die Gestalt Jesus von Nazareth zu porträtieren. Ein echtes Ereignis“ – so Gerwig Epkes, Redakteur beim Südwestrundfunk 2.
Doch das kann nur behaupten, wer entweder keine nähere Kenntnis Jesu besitzt oder aber gezielte Augenwischerei betreibt.
Hansjörg Schneider macht jedenfalls aus seinem Verhältnis zu den christlichen Glaubensinhalten und Institutionen keinen Hehl.
So nennt er zum Beispiel die Jungfrauengeburt „einen abstrusen Gedanken“. Der katholischen Kirche wirft er vor: Sie „hat das Christentum pervertiert und aus vielem genau das Gegenteil gemacht, was es eigentlich ist“.
Was das Christentum für ihn „eigentlich“ ist, könnten wir in seinem Theaterstück erfahren. Ob sich aber der Einblick in das „Evangelium nach Schneider“ auch lohnt? Wohl kaum.
Schneiders ebenso gemeinen wie dummen Geschmacklosigkeiten reichen von den „Herrgottsack“-Flüchen des Nährvaters Joseph bis zu den Worten, die der sterbende Gekreuzigte in der Frohbotschaft nach Schneider an den himmlischen Vater richtet:
„Nimm das verfluchte Leben von mir. Ich will nicht dein Sohn sein, ich will nicht. Erde zu Erde, Staub zu Staub. Nichts anderes, nichts mehr.“
Wir könnten an dieser Stelle die sattsam bekannten Gemeinplätze wiederholen: „Mit der Gestalt des Mohammed hätte man sich das niemals erlaubt!“ – „Christen lassen sich offenbar alles gefallen und provozieren damit, daß die Lästerer immer frecher werden!“ –
„Was tun denn die angeblich christlichen Politiker und die kirchlichen Hirten? Sie lassen wieder einmal die treuen Gläubigen im Stich und bieten ein erbärmliches Bild ängstlicher Zurückhaltung, ja sogar beflissener Anpassung“ – und so weiter.
Schlimmer aber als die Einbußen, welche die „christliche Leitkultur“ in der modernen Gesellschaft durch solche blasphemischen Spektakel erleidet, schlimmer als die Verletzung religiöser Gefühle ist die Tatsache, daß hier Gott beleidigt wird.
„Gott beleidigt“ – schon rechne ich mit dem Einwand, hinter dieser Aussage stehe ein falsches Gottesbild.
Den ewigen Urgrund der Welt könne man in Wahrheit gar nicht beleidigen. Er sei doch kein Kleingeist, der auf Entehrungen vonseiten der Menschen gekränkt und eingeschnappt reagiere.
Im Gegenteil: „Der in den Himmeln wohnt, Er lacht; es spottet ihrer der Herr!“ (Ps 2,3)
Das stimmt. Und doch ist auch die andere Seite wahr: Er, der in Seiner jenseitigen Herrlichkeit die vollkommene, grenzenlose Glückseligkeit selber ist, hat sich für uns aus Liebe im Geheimnis der Menschwerdung verwundbar gemacht.
Alle Lästerungen treffen daher Jesus Christus – und treffen in ihm den wahren Gott, lästern seine Liebe zu uns. Jesu Passion und Sterben bieten uns ein erschreckendes Bild für das, was hinter jedem widergöttlichen Frevel steht: das Ansinnen, Gott zugrunde zu richten, ihn mitsamt seiner Liebe zu vernichten.
Geht der himmlische Vater über eine solche Verhöhnung seines Sohnes ohne weiteres hinweg?
Die Worte Jesu sagen uns dazu anderes: „Ich suche nicht meine Ehre. Es ist aber einer, der sie sucht – und der richtet!“ (Joh 8,50).
Daher können auch wir die Angelegenheit nicht auf die leichte Schulter nehmen. Denn es ist dadurch, daß Blasphemien in der Öffentlichkeit, sogar an einem für die Verherrlichung Gottes geweihten Ort und mit Unterstützung kirchlicher Kreise zelebriert werden, ein unerträglicher Zustand erreicht.
Wer sich einen Rest lebendigen Glaubensgeistes bewahrt hat, weiß sich aufgerufen zu Widerstand und Sühneleistung.
© Georg Anderhub
Ein weiterer Zufall: Auch in der heiligen Weihnachtsnacht wurde das Stück gespielt, und zwar um 23 Uhr, also zur Zeit vieler Mitternachtsmessen.
Und noch ein Zufall: Die drei letzten Darbietungen sind für den Karfreitag, Karsamstag und Ostersonntag dieses Jahres geplant.
Die Rede ist von einem mundartlichen Theaterstück, das derzeit in der katholischen Mariahilf-Kirche in der Innerschweizer Stadt Luzern gespielt wird. Der Autor: Hansjörg Schneider. Der Titel: „Jesus und die drei Mareien“.
In der Liste der Geldgeber, denen sich die Veranstalter zu Dank verpflichtet wissen, werden unter anderen die Evangelisch-reformierte Kirche und die Römisch-katholische Landeskirche des Kantons Luzern sowie die Katholische Kirchgemeinde Luzern aufgeführt.
Handelt es sich also um ein religiöses, christliches, sogar frommes Stück? Richtiger liegt man, wenn man es als blasphemisch bezeichnet.
Zwar rühmen die Medien: „Auf so intelligente und eindringliche Weise ist es bisher noch niemandem geglückt, die Gestalt Jesus von Nazareth zu porträtieren. Ein echtes Ereignis“ – so Gerwig Epkes, Redakteur beim Südwestrundfunk 2.
Doch das kann nur behaupten, wer entweder keine nähere Kenntnis Jesu besitzt oder aber gezielte Augenwischerei betreibt.
Hansjörg Schneider macht jedenfalls aus seinem Verhältnis zu den christlichen Glaubensinhalten und Institutionen keinen Hehl.
So nennt er zum Beispiel die Jungfrauengeburt „einen abstrusen Gedanken“. Der katholischen Kirche wirft er vor: Sie „hat das Christentum pervertiert und aus vielem genau das Gegenteil gemacht, was es eigentlich ist“.
Was das Christentum für ihn „eigentlich“ ist, könnten wir in seinem Theaterstück erfahren. Ob sich aber der Einblick in das „Evangelium nach Schneider“ auch lohnt? Wohl kaum.
Schneiders ebenso gemeinen wie dummen Geschmacklosigkeiten reichen von den „Herrgottsack“-Flüchen des Nährvaters Joseph bis zu den Worten, die der sterbende Gekreuzigte in der Frohbotschaft nach Schneider an den himmlischen Vater richtet:
„Nimm das verfluchte Leben von mir. Ich will nicht dein Sohn sein, ich will nicht. Erde zu Erde, Staub zu Staub. Nichts anderes, nichts mehr.“
Wir könnten an dieser Stelle die sattsam bekannten Gemeinplätze wiederholen: „Mit der Gestalt des Mohammed hätte man sich das niemals erlaubt!“ – „Christen lassen sich offenbar alles gefallen und provozieren damit, daß die Lästerer immer frecher werden!“ –
„Was tun denn die angeblich christlichen Politiker und die kirchlichen Hirten? Sie lassen wieder einmal die treuen Gläubigen im Stich und bieten ein erbärmliches Bild ängstlicher Zurückhaltung, ja sogar beflissener Anpassung“ – und so weiter.
Schlimmer aber als die Einbußen, welche die „christliche Leitkultur“ in der modernen Gesellschaft durch solche blasphemischen Spektakel erleidet, schlimmer als die Verletzung religiöser Gefühle ist die Tatsache, daß hier Gott beleidigt wird.
„Gott beleidigt“ – schon rechne ich mit dem Einwand, hinter dieser Aussage stehe ein falsches Gottesbild.
Den ewigen Urgrund der Welt könne man in Wahrheit gar nicht beleidigen. Er sei doch kein Kleingeist, der auf Entehrungen vonseiten der Menschen gekränkt und eingeschnappt reagiere.
Im Gegenteil: „Der in den Himmeln wohnt, Er lacht; es spottet ihrer der Herr!“ (Ps 2,3)
Das stimmt. Und doch ist auch die andere Seite wahr: Er, der in Seiner jenseitigen Herrlichkeit die vollkommene, grenzenlose Glückseligkeit selber ist, hat sich für uns aus Liebe im Geheimnis der Menschwerdung verwundbar gemacht.
Alle Lästerungen treffen daher Jesus Christus – und treffen in ihm den wahren Gott, lästern seine Liebe zu uns. Jesu Passion und Sterben bieten uns ein erschreckendes Bild für das, was hinter jedem widergöttlichen Frevel steht: das Ansinnen, Gott zugrunde zu richten, ihn mitsamt seiner Liebe zu vernichten.
Geht der himmlische Vater über eine solche Verhöhnung seines Sohnes ohne weiteres hinweg?
Die Worte Jesu sagen uns dazu anderes: „Ich suche nicht meine Ehre. Es ist aber einer, der sie sucht – und der richtet!“ (Joh 8,50).
Daher können auch wir die Angelegenheit nicht auf die leichte Schulter nehmen. Denn es ist dadurch, daß Blasphemien in der Öffentlichkeit, sogar an einem für die Verherrlichung Gottes geweihten Ort und mit Unterstützung kirchlicher Kreise zelebriert werden, ein unerträglicher Zustand erreicht.
Wer sich einen Rest lebendigen Glaubensgeistes bewahrt hat, weiß sich aufgerufen zu Widerstand und Sühneleistung.
© Georg Anderhub
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Sonntag, 27. Januar 2008 20:14
Fürchtegott: Was ja auch schon sehr viel aussagt!
Nur dass jemand Soutane trägt und den außerordentlichen römischen Ritus zelebriert, macht ihn noch
lange nicht zum Häretiker.
Häretiker ist, wer eine katholische Glaubenslehre leugnet,
in heutiger Zeit insbesonders das Dogma des Konzils v. Florenz oder die Dogmen über Christus und die Auferstehung.
Häretiker ist, wer eine katholische Glaubenslehre leugnet,
in heutiger Zeit insbesonders das Dogma des Konzils v. Florenz oder die Dogmen über Christus und die Auferstehung.
Sonntag, 27. Januar 2008 19:57
LandorganistII: Dann entschuldige ich mich
in aller Form für die Zuweisung des Herrn Paters zu den Pius-Brüdern. Er gehört selbstverständlich zu den Petrus-Brüdern. Den Inhalt seiner Kritik macht das allerdings nicht besser.
Sonntag, 27. Januar 2008 17:08
hlux: @engelhardt
Der Autor des Artikels ist kein Häretiker sondern ein katholischer Priester, der die Lehre der Kirche durchaus ernst nimmt. Und die Petrusbruderschaft (FSSP) ist innerhalb der katholischen Kirche (in voller Gemeinschaft). Nur dass jemand Soutane trägt und den außerordentlichen römischen Ritus zelebriert, macht ihn noch lange nicht zum Häretiker.
Samstag, 26. Januar 2008 12:05
Don Camillo: Der Schreiberling mit dem
schwarzen Röckchen dieses Artikels sei darauf hingewiesen, das die Mariahilf-Kirche in Luzern dem Kanton gehört, d.h. ausserhalb dem Einflussbereich der röm. kath. Kirche steht. Zudem ist es ja ein offenes Geheimnis, dass die beiden zitierten staatskirchenrechtlichen Institutionen oft sehr weit entfernt sind von der römisch-katholischen Kirche. Dies erstaunt umso weniger, wenn man weiss, dass da einige ehemalige Priester ziemlichen Einfluss ausüben. Aber wem sage ich dass. Dem Schreiberling mit dem schwarzen Röckchen ist solches Verhalten gegenüber der röm. kath. Kirche nicht fremd.
Freitag, 25. Januar 2008 22:03
Master: engelhardt
wiso, meinen Sie Protestanten?
Ok, Spass bei Seite. Wir Menschen bekommen immer genau das was wir verdienen. Alles was geschieht und über das wir uns aufregen ist ein Spiegel für uns selbst.
Bessern sich die Menschen bessert sich die Lage, das ist so einfach wie simpel!
Ok, Spass bei Seite. Wir Menschen bekommen immer genau das was wir verdienen. Alles was geschieht und über das wir uns aufregen ist ein Spiegel für uns selbst.
Bessern sich die Menschen bessert sich die Lage, das ist so einfach wie simpel!
Freitag, 25. Januar 2008 20:38
engelhardt: Autoren
Ich dachte, dies waere eine katholische Seite? Warum kommen dann immer wieder Haeretiker hier als Autoren
zu Wort?
Mit der Papsttreue ist es bei den Seitenbetreibern wohl nicht weit her.
Mit der Papsttreue ist es bei den Seitenbetreibern wohl nicht weit her.
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