Ab in den Zirkus
Kürzlich überschnitten sich bei einem Diözesanbischof zwei Termine. Vor die Wahl gestellt, entschied er sich für den anderen Zirkus.

Der Bischof und die Zelebranten trugen dabei farbenfrohe Meßgewänder.
Auf den liturgischen Kleidern waren Einräder, Riesenräder, Ringelspiele, Clowns, Giraffen und Löwen abgebildet.
Am gleichen Tag hätte der Bischof die neue Kirche der neokonservativen katholischen Universität ‘Ave Maria’ einweihen sollen, die sich auf dem Gebiet seiner Diözese befindet.
Die Universität wurde mit dem Geld des US-Millionärs Thomas Monaghan gegründet, der sich sein Vermögen durch eine Pizza-Kette erworben hat.

Der Bischof sollte die dreißig Meter hohe und 16,5 Millionen Euro teure Kirche in Form einer überhöhten Tunnelröhre am 13. Januar einweihen.
Die Universität strebt auch an, daß das Oratorium den Status einer Pfarrkirche erhält.
Doch aus der Kirchenweihe wurde nichts. Das berichtete die Tageszeitung ‘Naples Daily News’ am 18. Januar. Die Gründe dafür sind unklar. Die Eröffnungsfeier wurde abgesagt.
Der Präsident der Universität, Nick Healy, gab sich vor der Presse ernüchtert: „Wir werden unser Verhältnis mit der Diözese nicht kommentieren“.
Er hege aber die Hoffnung, daß die Schwierigkeiten gelöst werden könnten: „Es gibt Probleme, die nicht leicht zu verstehen und schwer zu erklären sind.“
‘Naples Daily News’ zitiert Kirchenrechtler, wonach die Situation der Universitätskirche partikulär sei. Das Gotteshaus sei einerseits das Zentrum einer Universität, die von Laien gegründet und verwaltet werde, und zugleich das Zentrum einer neuen Stadt.
In der Vergangenheit hat sich die Laien-Administration der Universität immer wieder in innerkirchliche Angelegenheiten eingemischt.
So sperrt sie sich trotz des päpstlichen Motu Proprios ‘Summorum Pontificum’ gegen eine Freigabe der Alten Messe auf dem Universitätsgelände.
Im März 2007 kam es zu einer heftigen Auseinandersetzung mit dem Jesuit und Ratzinger-Schüler, Pater Joseph Fessio (66). Der Geistliche gehört zu den Gründern der Universitätund wirkte dort als Kanzler.
Doch wegen liturgischer Differenzen wurde er von der Universitätsleitung fristlos entlassen. Dieser Schritt wurde erst nach massivem Druck von außen rückgängig gemacht. Der Pater wurde in subalterner Funktion wieder eingestellt.
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Freitag, 25. Januar 2008 00:05
Weißer Ritter: @Sozialkatholisch
Eine ehrlich gemeinte Frage, da ich die Situation in der FSSPX kenne:
Glauben Sie wirklich, ein Priester der FSSPX hätte mehr Arbeit als ein Pfarrer einer etwas größeren Pfarrei?
Meine Erfahrung ist, daß ein „normaler“ Pfarrer mehr zu tun hat – auch wenn es nicht immer sinnvolle Dinge sind (z.B. PGR-Sitzungen).
Glauben Sie wirklich, ein Priester der FSSPX hätte mehr Arbeit als ein Pfarrer einer etwas größeren Pfarrei?
Meine Erfahrung ist, daß ein „normaler“ Pfarrer mehr zu tun hat – auch wenn es nicht immer sinnvolle Dinge sind (z.B. PGR-Sitzungen).
Donnerstag, 24. Januar 2008 21:44
raindance1: Wenn Monaghan eine Kirche baut dann muss man sich schon fragen
wieviele seiner Angestellten er ausgebeutet hat um so viel Reichtum mit dem Verkauf von Pizzen zu erlangen.
Dagegen ist Zirkus ehrlich, wenn der Artist einen Fehler macht dann hilft ihm kein Computerprogramm und kein Geschmacksverstärker.
Dagegen ist Zirkus ehrlich, wenn der Artist einen Fehler macht dann hilft ihm kein Computerprogramm und kein Geschmacksverstärker.
Donnerstag, 24. Januar 2008 20:52
Leopold: hallo ihr Tridentiner,
wenn in der tridentinischen Messe alles außer dem Priester nur Umrahmung ist, dann könnte man ja auch ein feierliches Fußballspiel zur Umrahmung spielen, während in der „neuen“ Messe, verschiedene Rollen sind
Donnerstag, 24. Januar 2008 18:29
clarissa colonia: Schön,
wenn Sie diese Erfahrung dort machen können. Vielleicht entspringt der Eifer ja der Erkenntnis, daß
man sich den Lebensunterhalt durch Spenden bzw. eben Zuwendungen erarbeiten muß, weil dieser nicht fiskalisch
eingehoben wird und damit quasi „gesichert“ ist. Vielleicht täte der „deutschen Amtskirche“ und ihren
Hierarchen (und sonstigen Amtsträgern) ein gewisses Maß existentieller Unsicherheit ja ganz gut? Zumindest
hält das agil, wach und spornt den Eifer an. Da würden die Herren Hierarchen vielleicht anfangen zu
argumentieren, statt zu dekretieren. Vielleicht könnte dann Geld in der Kirche wieder zu dem werden,
was es ist, nämlich ein notwendiges Übel und kein mit Zähnen und Klauen zu sichernder Besitzstand,
der in er Form von „Zuteilungsmitteln“ oder „Schlüsselzugeisungen“ das letzte verbliebene Instrument
zur Durchsetzung oberhirtlicher Prätention ist.
Wie sagte nocht Augustinus, den der Pontifex neuerdings wieder so gerne zitiert: Wenn es der Kirche gut geht, geht es ihr schlecht und wenn es ihr schlecht geht, geht es ihr gut!
Vale!
Wie sagte nocht Augustinus, den der Pontifex neuerdings wieder so gerne zitiert: Wenn es der Kirche gut geht, geht es ihr schlecht und wenn es ihr schlecht geht, geht es ihr gut!
Vale!
Donnerstag, 24. Januar 2008 17:39
Sozialkatholisch: @ Clarissa
Wann haben Sie denn den letzten arbeitenden Priester erlebt (ich meine jetzt nicht beim Säckestauen im
Hafen oder ähnlichen arbeiterpriesterlichen Unfug, sondern „so richtig“?).
Ganz, ganz selten in der Amtskirche, aber häufig in der Piusbruderschaft.
Die Wahrhaftigkeit der Priester dort war für mich am Anfang ein bedeutender Grund dorthin zu gehen und natürlich auch das ich dort endlich wieder vernünftig beten konnte.
Ganz, ganz selten in der Amtskirche, aber häufig in der Piusbruderschaft.
Die Wahrhaftigkeit der Priester dort war für mich am Anfang ein bedeutender Grund dorthin zu gehen und natürlich auch das ich dort endlich wieder vernünftig beten konnte.
Donnerstag, 24. Januar 2008 17:31
clarissa colonia: Sozialkatholisch, Sie sind ein alter Schlemil!
Das würde die Herren doch nur in degoutanter Weise daran erinnern, daß Arbeitern (wo auch immer) das
Arbeiten obliegt. Ich kann Ihnen sagen … es ist lange her, daß ich einen Priester das letzte Mal habe
arbeiten sehen; also „arbeiten“ im Sinne von „sich mühen“; z. B. durch Hausbesuche, durch Eifer im Gebet,
durch würdige Zelebration ohne politische oder theologische Ergüsse, durch Dienstbereitschaft (vor Jahren
erzählte mir ein bekannter Priester im Brustton der Entrüstung, auf die Anfrage des Krankenhauses, das
in seinem Sprengel lag, habe sich nur ein „Opus-Dei-Priester“ bereitgefunden, seine Handynummer herauszugeben
und seine Bereitschaft zu erklären, zu jeder Tages- und Nachtzeit für Versehgänge, Krankensalbungen
oder die Spendung der Wegzehrung zur Verfügung zu stehen). Begrenzte Dienstzeiten, Sprechzeiten, Beichtzeiten
… aber alles so gelegt, daß man sich nicht mühen muß. Welcher Priester erteilt heute noch Unterricht;
ja, ja, ans Gymnasium wollen die Kapläne schon ganz gerne, das hat ja „Prestige“; aber an die Real-,
Berufs- oder Hauptschule? Da geht keiner gerne hin und ist man erst mal als Pfarrer installiert, hat man
ja so viel zu „arbeiten“, daß man gerade mal noch die dritte Grundschulklasse übernimmt, weil das ja
die Kommunionkinder sind; wenn überhaupt!
Wann haben Sie denn den letzten arbeitenden Priester erlebt (ich meine jetzt nicht beim Säckestauen im Hafen oder ähnlichen arbeiterpriesterlichen Unfug, sondern „so richtig“?).
Wann haben Sie denn den letzten arbeitenden Priester erlebt (ich meine jetzt nicht beim Säckestauen im Hafen oder ähnlichen arbeiterpriesterlichen Unfug, sondern „so richtig“?).
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