[ « 130 131 132 133 134 » ]
Freitag, 7. September 2007 13:10
Politisch pflegeleicht und nach innen beliebig
„Die Kirche in Österreich riskiert gar nicht erst politische Konfrontationen, die – nimmt man die Mahnungen des Papstes ernst – eigentlich stattfinden müßten.“ Pressesplitter zum Papstbesuch.
Grußworte des Österreichischen Bundespräsidenten Heinz Fischer am Flughafen
Grußworte des Österreichischen Bundespräsidenten Heinz Fischer am Flughafen
Unpolitische Pilgerfahrt

„Es ist keine politische Reise, sondern eine Pilgerfahrt. Es sind keine Treffen mit anderen Konfessionen vorgesehen, nur ein Gebet vor dem Monument der Schoah als Zeichen unserer Freundschaft mit den jüdischen Brüdern und um die Einheit zu Gott zu beweisen. Auf meiner Reise will ich vor allem über Europa und über die christlichen Wurzeln Europas sprechen.“

Papst Benedikt XVI. kurz vor der Reise nach einem Bericht der österreichischen Tageszeitung ‘Presse’.

Schönwetterkirche

„Die Kirche in Österreich riskiert gar nicht erst politische Konfrontationen, die – nimmt man die Mahnungen des Papstes ernst – eigentlich stattfinden müßten. Die Fristenlösung? Seit drei Jahrzehnten hat sich nicht nur die ÖVP, sondern offenbar auch die Bischofskonferenz de facto damit abgefunden. […] Der österreichische Katholizismus ist politisch pflegeleicht geworden – nach außen den Kontroversen ausweichend, nach innen beliebig. Eine Kirche für alle Jahreszeiten.“

Der österreichische Politologe Anton Pelinka in der deutschen Wochenzeitung ‘Die Zeit’.

Benedikt XVI. in Österreich gelandetBenedikt XVI. in Österreich gelandetKlicken Sie auf das Bild, um die Photomeile mit 6 Bildern zu starten.

Vorkonziliares Theologiestudium

„Familienfeindlich ist aber vielmehr das vatikanische Junggesellenreservat. Die Familie geringschätzend ist der Papst. Das Konzil von Trient, bis heute wesentliche Grundlage katholischer Lehre, erklärt am 11. November 1563: »Wenn jemand sagt, es sei nicht besser und gottseliger, in der Jungfräulichkeit und dem Zölibat zu bleiben, als zu heiraten, der sei verdammt«. […] Mit dem Vatikan als dem Ideal-Biotop für keusche Homosexuelle, als einem frauenlosen Terrarium, ist ein uralter religiöser Menschheitsirrtum zu seinem krönenden Abschluß gelangt.“

Die habilitierte Theologin Uta Ranke-Heinemann (79) – der 1987 die Lehrbefugnis entzogen wurde – im Gespräch mit der traditionell antikirchlichen Tageszeitung ‘Der Standard’.


Oberflächlichkeiten

„Es ist so, als ob wir schon alles wüßten. Wo der Papst während seines Österreich-Besuches wohnt (Nuntiatur), was er am liebsten ißt (Apfelstrudel), wann er normalerweise schlafen geht (22 Uhr) etc. Dieser Papa-Ratzi-Blickwinkel beherrscht die Berichterstattung und wird sich wohl mit dem Eintreffen von Benedikt XVI. bis an die Grenzen des Erträglichen steigern.“

Walter Friedl in einem Kommentar für die österreichische Tageszeitung ‘Kurier’.


Er kommt für die Gläubigen

„Für wenig Euphorie sorgt der Besuch des Papstes bei einigen heimischen Promis. »Er ist mir zu konservativ. Es wäre Zeit, daß mal jemand frischen Wind in die Katholische Kirche bringt«, sagte etwa Mariazell-Pilger Richard Lugner. Der Baumeister wird auch an keinem Termin teilnehmen. »Ich bin in Prag. Mit zwei Frauen«, meinte der frisch geschiedene »Mörtel« zur APA.“

Aus einem Bericht des österreichischen Rundfunks.

Benedikt XVI. am Innenstadtplatz „Am Hof“Benedikt XVI. am Innenstadtplatz "Am Hof"Klicken Sie auf das Bild, um die Photomeile mit 10 Bildern zu starten.

Jugendlicher Überschwang

„Religion soll Privatsache sein, und die Kirche vom Staat endlich völlig getrennt werden. Statt sich im richtigen Händeschütteln zu üben oder SchülerInnen fürs Papst-Schauen freizugeben, sollten die Spitzen des Staates lieber über die Abschaffung des Konkordats von 1933 mit dem Papst diskutieren. Dieser völkerrechtliche Vertrag sichert der katholischen Kirche Sonderrechte und finanzielle Mittel in völlig inakzeptabler Höhe zu.“

Genossin Sandra Breiteneder, Vorsitzende der Sozialistischen Jugend Wien, in einer Presseaussendung von heute Freitag.


Fundis zurückpfeifen

„Als »politisch sehr bedenklich« bewertete heute der geschäftsführende Landesobmann der JVP-Wien, Sebastian Kurz, die Agitation der Sozialistischen Jugend gegen den bevorstehenden Besuch des Papstes in Wien. »Die derzeit an Schulen stattfindende sozialistische Propaganda und die geplanten Proteste gegen den Papst sind die unterste Schublade. Ich fordere deshalb die SPÖ-Führung auf, die eigenen Radikalen zurück zu pfeifen«, so Kurz.“

Aus einer Presseaussendung der Jungen ÖVP Wien am gestrigen Donnerstag.


Da lacht er nur

„Die Großereignisse, da haben wir Phänomene vor uns, die für mich rätselhaft sind. Elvis Presley ist in antiker Sprache gesprochen längst ein Gott. Oder schauen Sie sich an, was bei Lady Di passiert ist. Wenn in Rom Millionen Jugendliche zusammenkommen und ‘Viva el Papa’ schreien, und am nächsten Morgen werden die gebrauchten Präservative zusammengekehrt, dann denkt man nach: Was ist da los gewesen? Ich weiß nicht, warum sie es tun, und ich habe durchaus Respekt davor, aber mir einreden zu lassen, da ist was im Gange, eine Neubelebung, da lache ich nur.“

Der von Kardinal Franz König († 2004) 1976 vom Priesteramt suspendierte Adolf Holl im Gespräch mit der österreichischen Tageszeitung ‘Der Standard’.

© Bilder: Pressefotos Robert Jäger, APA-FOTO-POOL
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 20 Lesermeinungen:
Dienstag, 18. September 2007 16:30
Galahad: Tatsache ist…
…das der Niedergang des Protestantismus nicht wegen der Aufgabe des Zölibates erfolgte.

Sondern – ebenso wie der Niedergang des Katholizismus – wegen der Kompromisse mit der Geldmacht.
Das Wucherverbot, gegen das Luther noch gepredigt hatte, wurde aufgegeben.

http://www.vergessene-buecher.de

Gründlich lesen! Auch zur christlichen Soziallehre interessant…

http://www.artfond.de/geldseite

http://www.bueso.de

http://www.zeit.de/2003/10/M…ici-Kasten

Berge der Barmherzigkeit

Die Kirche und der Zins

„Du sollst an deinem Bruder nicht wuchern, weder mit Gelde, noch mit Speise, noch mit allem, damit man wuchern kann.“

Noch im 19. Jahrhundert gab es katholische Gemeindesparkassen in kommunaler Selbstverwaltung, die sich weitgehend zinsfrei über Beteiligung an Unternehmensgewinnen finanzierten (real erwirschaftet, ohne wucherischen Finanzkapital-Sektor).

Die desolaten Zustände fingen erst nach dem Mittelalter an…im Mittelalter waren die Priester verheiratet.
Danach aber hatten sie ihre „Haushälterinnen“ ;)

Bis heute…oder ihre Dirnen…Zölibat hat mehr geschadet als genützt…vorher waren sie lebensnäher und besser in der Gemeinde verankert…

http://www.muslim-markt.de/…view/2005/berger.htm

Kritik an zu beschränkten freiwirtschaftlichen Konzepten, die die Geldschöpfung und Umlaufbringung durch zinsbelasteten Kredit aussparen.

http://www.michael-musil.de/DF/texte/poth.htm
Dienstag, 18. September 2007 12:47
Jesus und Paulus haben dieses Problem nicht gesehen.

Die Zustände im Mittelalter waren desolat.
Sonntag, 16. September 2007 16:19
Bokrug †: Mindestens erlaubt bleibt die Priesterehe…
…zudem war es bis ins späte Mittelalter erlaubt für Priester zu heiraten…

Pure Dummheit aber war es, dies zu verbieten.

So wurden die Priester den Menschen und deren alltäglichen Problemen in der Gemeinde entwurzelt und lebensfremder.
Sonntag, 16. September 2007 16:08
Lesen Sie mal genau die Schrift. Da heißt es: der Bischof soll einmal verheiratet sein (1 Tim 3, 2)

Nur einmal, wenn er denn heiratet; empfohlen wird hingegen, entgegen Ihrer Aussage, die Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen – und nichts anderes (1 Kor 7, 8; Mt 19, 12 im Einklang mit Mt 19, 21.29).

Prophetinnen gibt es auch schon im Alten Testament, aber der Prophet ist zum Glück und aus gutem Grund kein Amtsträger, sondern als Gottes Stimme warnendes und mahnendes Korrektiv.
Samstag, 15. September 2007 15:51
Bokrug †: Priestereher war bis in Mittelalter kirchlich erlaubt!
Paulus und die Apostel und Evangelisten erlauben die Priesterehe und fordern sie sogar.

Bei Paulus gab es sogar Prophetinnen.

Und ferner:

Das Wucherverbot und die Vertreibung der Geldwechsler aus dem Tempel sind im Neuen Testament und bei den Kirchenvätern klar festgelegt.
Im Mittelalter gab es ca. 1150 bis 1450-1500 europaweit ein Schwundgeld…

http://www.artfond.de/geldseite

http://www.vergessene-buecher.de
Freitag, 14. September 2007 23:46
1. Der Kommunitarismus der Urgemeinde hatte einen klar benennbaren hist. Grund: die in Jerusalem versammelte Jüngerschaft bzw. Christenschar wartete dort auf die baldige Wiederkunft des Herrn, unter weitgehender Aufgabe langfristig ausgerichteten ökonomischen Engagements und begünstigt durch die Aufforderung des Herrn zur gegenseitigen Hilfeleistung. Keineswegs ist diese Form des Zusammenlebens normativ für die Kirche aller Zeiten, die sehr bald nach dem irdischen Tod des Herrn Jesus Christus erkannte, dass der Heilsplan des Herrn langfristigeres Engagement erforderte, so dass auch der Kommunitarismus der Urgemeinde bald wieder aufgegeben wurde.

Die These, die wahre Kirche müsse einem ökonomischen und weltanschaulichen Egalitarismus huldigen, ist ideologisch motivierter Unsinn.

2. Sie behaupten indirekt, dass der Zölibat zu lebens- und weltfremden Priestern führe. Dies ist eine kühne Unterstellung, die alleine die hist. Empirie zu widerlegen vermag.

Die Geschichte der zölibatären Kirche Jesu Christi ist rein quantitativ eine einzigartige Erfolgsgeschichte, die Geschichte des zölibatlosen, egalitaristischen Protestantismus ist eine Geschichte der Abspaltung mit teilweise deutlichen Tendenzen zur Selbstauflösung.

Das sind die kühlen, unwiderlegbaren Fakten.

3. Der Priester der Kirche Jesu Christi SOLL eine Distanz zur Welt einnehmen, denn die mit allen Mitteln der Heiligung ausgestatte Kirche Jesu ist das Instrument, mit der die (oft) gottlose Welt geheiligt werden soll …
Alle Lesermeinungen anzeigen 14 weitere Lesermeinungen
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Beiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen sowie Leser aus der Debatte auszuschließen.
Copyright © 2008 kreuz.net