Pfarrer schlägt beim Ritterschlag zu
Eine Gemeinde in Nordrhein-Westfalen feierte kürzlich Geburtstag. Doch dem Ortspfarrer waren nicht alle Veranstaltungen geheuer.
(kreuz.net, Wormersdorf) Ein Eklat überschattete die Feierlichkeiten, die am vergangenen Wochenende zum
1175jährigen Bestehen der Ortschaft Wormersdorf organisiert wurden.
Wormersdorf ist ein Ortsteil der Stadt Rheinbach im Süden von Nordrhein-Westfalen. In der Nähe liegt die Burgruine Tomburg, um die sich zahlreiche Sagen ranken.
Die Feierlichkeiten zum Jubiläum der Ortschaft begannen am vorletzten Freitag abend mit einer lateinischen Totenmesse.
Auch am vergangenen Sonntag war die Sonntagsmesse um 10.00 Uhr ein offizieller teil des Programms.
Danach war um 12.30 Uhr auch ein „Ritterschlag der Tomburg Ritter“ vorgesehen.
Dabei gab es eine auf Latein gehaltene, aber nur gespielte Messe. Sie wurde nach Angaben der Tageszeitung ‘Bonner General-Anzeiger’ von dem „ehemaligen Diakon“ Wolfgang Lörch inszeniert.
Doch nach Beginn des Römischen Kanons griff Pfarrer Michael Jung – der für Wormersdorf zuständig ist, aber in Meckenheim-Merl residiert – mutig und lautstark ein:
„Schluß“, rief er nach Angaben des ‘Generalanzeigers’: „Ich unterbreche hier vor den Wandlungsworten.“
Er nannte die Messe „unsäglich“ und eine „Blasphemie“.
Die Behauptung des Diakons, daß sein Tun vom Erzbistum schriftlich genehmigt sei, zweifelte er an.
Pfarrer Jung informierte das Generalvikariat in Köln und die Veranstalter.
Diakon Lörch konnte die Aufregung nicht nachvollziehen.
Es sei offensichtlich, daß man sich auf einem Ritterfest in einer gespielten Welt befinde: „Dann dürfte auch keine Trauung in einem Spielfilm nachvollzogen werden.“
Er habe ein Schreiben vom Generalvikariat erhalten, daß ihm eine gespielte Messe erlaube.
Bei Ritterspielen auf der mittelalterlichen Wasserburg Satzvey am nordöstlichen Rand der Eifel führe er sogar „Trauungen“ durch.
Der Pressesprecher des Kölner Erzbistums bestätigte vor dem ‘General-Anzeiger’ die Erlaubnis des Erzbistums. Diese gelte allerdings nur für Satzvey.
Für andere Veranstaltungen habe die Erlaubnis grundsätzlich nicht gegolten.
Der Pressesprecher räumte aber ein, daß es durchaus denkbar sei, eine Messe im Rahmen einer szenischen Handlung darzustellen.
Das Spiel dürfe bei den Anwesenden nur nicht zu dem Mißverständnis führen, daß es sich um eine Messe handle.
© Titelbild: Pascua Theus, CC
© Bild Generalvikar: Pressestelle des Erzbistums Köln
Wormersdorf ist ein Ortsteil der Stadt Rheinbach im Süden von Nordrhein-Westfalen. In der Nähe liegt die Burgruine Tomburg, um die sich zahlreiche Sagen ranken.
Die Feierlichkeiten zum Jubiläum der Ortschaft begannen am vorletzten Freitag abend mit einer lateinischen Totenmesse.
Auch am vergangenen Sonntag war die Sonntagsmesse um 10.00 Uhr ein offizieller teil des Programms.
Danach war um 12.30 Uhr auch ein „Ritterschlag der Tomburg Ritter“ vorgesehen.
Dabei gab es eine auf Latein gehaltene, aber nur gespielte Messe. Sie wurde nach Angaben der Tageszeitung ‘Bonner General-Anzeiger’ von dem „ehemaligen Diakon“ Wolfgang Lörch inszeniert.
Doch nach Beginn des Römischen Kanons griff Pfarrer Michael Jung – der für Wormersdorf zuständig ist, aber in Meckenheim-Merl residiert – mutig und lautstark ein:
„Schluß“, rief er nach Angaben des ‘Generalanzeigers’: „Ich unterbreche hier vor den Wandlungsworten.“
Er nannte die Messe „unsäglich“ und eine „Blasphemie“.
Die Behauptung des Diakons, daß sein Tun vom Erzbistum schriftlich genehmigt sei, zweifelte er an.
Pfarrer Jung informierte das Generalvikariat in Köln und die Veranstalter.
Diakon Lörch konnte die Aufregung nicht nachvollziehen.
Es sei offensichtlich, daß man sich auf einem Ritterfest in einer gespielten Welt befinde: „Dann dürfte auch keine Trauung in einem Spielfilm nachvollzogen werden.“
Er habe ein Schreiben vom Generalvikariat erhalten, daß ihm eine gespielte Messe erlaube.
Bei Ritterspielen auf der mittelalterlichen Wasserburg Satzvey am nordöstlichen Rand der Eifel führe er sogar „Trauungen“ durch.
Der Pressesprecher des Kölner Erzbistums bestätigte vor dem ‘General-Anzeiger’ die Erlaubnis des Erzbistums. Diese gelte allerdings nur für Satzvey.
Für andere Veranstaltungen habe die Erlaubnis grundsätzlich nicht gegolten.
Der Pressesprecher räumte aber ein, daß es durchaus denkbar sei, eine Messe im Rahmen einer szenischen Handlung darzustellen.
Das Spiel dürfe bei den Anwesenden nur nicht zu dem Mißverständnis führen, daß es sich um eine Messe handle.
© Titelbild: Pascua Theus, CC
© Bild Generalvikar: Pressestelle des Erzbistums Köln
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Dienstag, 28. August 2007 10:22
lichtimherzen: warum so entrüstet?
Guten Tag,
Ich kann nicht verstehen, das jemand sich so darüber echauffieren kann, der doch eindeutig weiss, dass er sich auf einem Mittelalterevent befindet. Oder ist er von seinem Tun und seinem Glauben bereits so verblendet, dass er die Realität nicht mehr richtig wahrnimmt?
Christus soll gesagt haben, dass der Weg nach oben nur durch ihn geht. Also durch die Annahme und die Überzeugung der Werte wie Liebe, Mitgefühl, Gütigkeit, Vergebung, Selbstlosigkeit. Und dass ein jeder selbst für seine Taten im Tuen, Denken, Fühlen und auch Nichttuen verantwortlich ist.
Kein Glaube, Institution oder Religion vermag dem Menschen den einzig richtigen Weg zu zeigen. Nur die innere Überzeugung an die kristallklare Liebe des Allmächtigen.
Um zur Überzeugung zu gelangen, bedarf es mehr als einfach nur zu Glauben. Glaube und Überzeugung sind Zweierlei. Glaube ist nur die Annahme einer Idee. Ein Wissen um die Wahrheit dieser Idee ist nicht gegeben. Blinder Glaube ist das extremste und ungesündeste was man seinem Geiste antuen kann. Das Wort „Blind“ impliziert ja schon, dass etwas nicht gesund ist. Nur Überzeugung führt zum Ziel. Das überzeugte Wissen um die Vorgänge des grossen Werkes, und das tiefe Empfinden der reinen klaren Liebe sind der einzig richtige Weg. Doch diese Überzeugung ist nur in den Menschen selbst möglich. Keine Institution und keine Religion vermag dies einem Menschen zu geben. Man muss es selbst im Geiste spüren. Und mit allem, was man tut und denkt, auch zeigen.
Ich kann nicht verstehen, das jemand sich so darüber echauffieren kann, der doch eindeutig weiss, dass er sich auf einem Mittelalterevent befindet. Oder ist er von seinem Tun und seinem Glauben bereits so verblendet, dass er die Realität nicht mehr richtig wahrnimmt?
Christus soll gesagt haben, dass der Weg nach oben nur durch ihn geht. Also durch die Annahme und die Überzeugung der Werte wie Liebe, Mitgefühl, Gütigkeit, Vergebung, Selbstlosigkeit. Und dass ein jeder selbst für seine Taten im Tuen, Denken, Fühlen und auch Nichttuen verantwortlich ist.
Kein Glaube, Institution oder Religion vermag dem Menschen den einzig richtigen Weg zu zeigen. Nur die innere Überzeugung an die kristallklare Liebe des Allmächtigen.
Um zur Überzeugung zu gelangen, bedarf es mehr als einfach nur zu Glauben. Glaube und Überzeugung sind Zweierlei. Glaube ist nur die Annahme einer Idee. Ein Wissen um die Wahrheit dieser Idee ist nicht gegeben. Blinder Glaube ist das extremste und ungesündeste was man seinem Geiste antuen kann. Das Wort „Blind“ impliziert ja schon, dass etwas nicht gesund ist. Nur Überzeugung führt zum Ziel. Das überzeugte Wissen um die Vorgänge des grossen Werkes, und das tiefe Empfinden der reinen klaren Liebe sind der einzig richtige Weg. Doch diese Überzeugung ist nur in den Menschen selbst möglich. Keine Institution und keine Religion vermag dies einem Menschen zu geben. Man muss es selbst im Geiste spüren. Und mit allem, was man tut und denkt, auch zeigen.
Dienstag, 28. August 2007 09:57
Luzie van Pelt: Darstellung Mitteleuropäischer Kultur
Man sollte sich vielleicht mal fragen, warum im Vorfeld der Planung einer solchen „Geburtstagsfeier“ in
einer katholischen Gemeinde, der zuständige Seelsorger sich nicht selber um darum bemüht hat, die Veranstaltung
mit einer echten lateinischen Messe zu unterstützen.
Wo Menschen zusammenkommen um sich auch mit Geschichte und Kultur auseinander zu setzen, hätte sich die kath. Kirche in einem entsprechend positiven Licht darstellen können und manchem Zweifler vielleicht einen Denkanstoss gegeben.
Die Kirche wurde weder verunglimpft, es wurde lediglich der Versuch unternommen geschichtlich authentisch zu sein.
Und im Rahmen einer Veranstaltung, bei der vom Knappen, über die Ritter, Burgfäulein und der kämpfenden Zunft alles nur dargestellt wird, ist ein Missverständnis, wie es hier vorgeworfen wird, eigentlich ausgeschlossen.
Wer da etwas anderes animmt ist wohl sehr naiv.
Wo Menschen zusammenkommen um sich auch mit Geschichte und Kultur auseinander zu setzen, hätte sich die kath. Kirche in einem entsprechend positiven Licht darstellen können und manchem Zweifler vielleicht einen Denkanstoss gegeben.
Die Kirche wurde weder verunglimpft, es wurde lediglich der Versuch unternommen geschichtlich authentisch zu sein.
Und im Rahmen einer Veranstaltung, bei der vom Knappen, über die Ritter, Burgfäulein und der kämpfenden Zunft alles nur dargestellt wird, ist ein Missverständnis, wie es hier vorgeworfen wird, eigentlich ausgeschlossen.
Wer da etwas anderes animmt ist wohl sehr naiv.
Sonntag, 26. August 2007 10:11
Rainer Tobak: Hast Du Töne?
„ein aus theologischer Sicht motiviertes Bemühen…“
Sonntag, 26. August 2007 10:03
ezzo: Schauspiel, Drama, Tragödie
Schauspiel, Drama, Tragödie?
Einfach nur peinlich oder hat hier jemand in seiner Sorge etwas nicht richtig verstanden?
Anmerkung:
So der Auszug aus einem Leserbrief im Blick Rheinbach, Ausgabe 34_2007 zu finden im Internet unter
www.kruppdruck.de/krupp-sinzig/system/epaper.php?ordner=RS-07-34&
archiv=1
Sonntag, 26. August 2007 01:43
call me †: Von der Redaktion entfernt
Dienstag, 21. August 2007 08:07
athanasius1957: Messe gespielt
Pater Brown=Heinz Rühmann
Don Camillo=Fernandel
Oder jener Film, der Titel ist mir leider entfallen, der im KZ mit einer Hl. Messe beginnt, während jener der zelebrierende Priester nach der Wandlung stirbt und noch vor der Exspiration einem jungen Häftling die Info gibt, daß ein „abgefallener“ Priester unter den Häftlingen ist. Letzterer zeigt widerwillig dem jungen Gefangenen wie er die Hl. Kommunion austeilt. Nach der Rückkehr aus der Gefangenschaft löst der junge Häftling seine Verlobung und wird Priester. Nach seiner Weihe begibt er sich zu diesem abgefallenen Priester, um ihn zurückzuholen. Es kommt zum Kampf, der Junge gibt ihm noch die Absolution und stirbt. Die letzte Szene zeigt den Älteren den Toten tragend mit dem Ruf: Ich bin Priester der Heiligen Katholischen Kirche.
In diesen Filmen wird die Messe immer im Ritus aller Zeiten gezeigt.
Don Camillo=Fernandel
Oder jener Film, der Titel ist mir leider entfallen, der im KZ mit einer Hl. Messe beginnt, während jener der zelebrierende Priester nach der Wandlung stirbt und noch vor der Exspiration einem jungen Häftling die Info gibt, daß ein „abgefallener“ Priester unter den Häftlingen ist. Letzterer zeigt widerwillig dem jungen Gefangenen wie er die Hl. Kommunion austeilt. Nach der Rückkehr aus der Gefangenschaft löst der junge Häftling seine Verlobung und wird Priester. Nach seiner Weihe begibt er sich zu diesem abgefallenen Priester, um ihn zurückzuholen. Es kommt zum Kampf, der Junge gibt ihm noch die Absolution und stirbt. Die letzte Szene zeigt den Älteren den Toten tragend mit dem Ruf: Ich bin Priester der Heiligen Katholischen Kirche.
In diesen Filmen wird die Messe immer im Ritus aller Zeiten gezeigt.
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