Eher unter- als übertrieben
Ein Priester veröffentlichte ein Buch über einen Völkermord und fühlte sich anschließend von Gott verlassen. Bilder.

Im Jahr 1977 veröffentlichte er in Frankreich sein Buch „Cambodge Année Zéro“ – Kambodscha im Jahr Null.
Darin berichtete er über die Schreckensherrschaft der kommunistischen Roten Khmer.
Bereits ein Jahr später erscheint eine englische Ausgabe. In Europa wurde die erschütternde Darstellung mit Mißtrauen aufgenommen.
Vor allem linke Intellektuelle leugnen den kommunistischen Völkermord in Kambodscha, den Hw. Ponchaud in seinem Buch beschreibt.
Wahrend der vierjährigen Herrschaft der Kommunisten unter Pol Pot, starben im Land zwischen 1975 und 1979 etwa 1,7 bis zwei Millionen Menschen, fast ein Drittel der Bevölkerung, in Todeslagern oder bei Zwangsarbeit.
„Nach der Veröffentlichung meines Buches durchlebte ich eine religiöse Krise“ – erklärt Hw. Ponchaud heute. Der Priester sprach mit dem Hilfswerk ‘Kirche in Not’.
Er habe sich von Gott verlassen gefühlt: „Nicht nur wegen der Greuel, die ich in Kambodscha erlebt hatte, sondern weil man alles anzweifelte, was ich gehört und gesehen hatte.“
„Dabei habe ich eher unter- als übertrieben.“
In den 70er Jahren wurde Hw. Ponchaud des Landes verwiesen. Inzwischen ist er wieder nach Kambodscha zurückgekehrt.
Heute arbeitet er als Pfarrer im Südosten des Landes.
Seine beiden Pfarreien gehören zur Apostolischen Präfektur Kompang Cham.
Gegenwärtig ist Kambodscha in drei Kirchenbezirke unterteilt. Weniger als ein Prozent der Bevölkerung bekennt sich zum katholischen Glauben.
Die Zahl der kambodschanischen Christen durch Vertreibung und Verfolgung in den Siebzigerjahren drastisch gesunken.
Doch heute haben die Pfarreien einen großen Zulauf.
In der Apostolischen Präfektur Kompang Cham sind gegenwärtig zehn Priester und sechs Ordensfrauen tätig. Die Geistlichen stammen aus Ecuador, Frankreich, Indien, Italien und Korea; ein junger einheimischer Priester wird derzeit in Frankreich ausgebildet.
International ist auch die Schwesterngruppe: Zwei sind Khmer, je zwei kommen aus Thailand und Vietnam.
© Bilder: Kirche in Not
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Dienstag, 20. März 2007 21:02
Mathias Wagener: Kambodscha
Kambodscha oder das lange Schweigen der Menschenrechtsverteidiger. Den wenigen, die hier
um Aufhellung bedacht waren, gebürt Dank.
Das furchtbare Pol Pot Regime wurde auch hierzulande nur als Randthema wahrgenommen.
um Aufhellung bedacht waren, gebürt Dank.
Das furchtbare Pol Pot Regime wurde auch hierzulande nur als Randthema wahrgenommen.
Dienstag, 20. März 2007 20:36
invictus: Ja zu solchen Priestern
Solche Priester würden wir mehr brauchen. Was sie erleben und sagen haben Hand und Fuß. Nicht wie Stammtisch Pfarrer, die alles besser wissen… nur nicht das was man echt wissen und lernen muß. Schreibtisch Theologen und Philosophen könnten viel von solchen Priestern lernen.
Dienstag, 20. März 2007 16:22
Evelin: Abbé Ponchaud
gebührt großer Dank für seine Arbeit und sein Zeugnis!
Montag, 19. März 2007 20:40
HeinrichvonOfterdingen: Lieber Gunsenum,
weder noch. Können Sie im Übrigen in jedem Geschichtsbuch nachlesen.
Montag, 19. März 2007 20:37
Gunsenum: @ofterdingen
Es ist unglaublich! Versuchen sie hier die Reinwaschung des Faschismus_Nationalsozialismus? Oder wollen sie ihn graduell besserstellen? Wenn ja, so sind sie erbärmlich.
Montag, 19. März 2007 19:56
HeinrichvonOfterdingen: Lieber Grzegorz I,
nur die Kommunisten/Sozialisten für viel mehr.
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